Punkt 12 vom 03. September 2007
Gerade junge Erwachsenen trifft es häufig: die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn. Krämpfe, Schmerzen und Dauerdurchfall machen den Patienten das Leben zur Hölle. Die bisherigen Mittel dagegen hatten oft schwere Nebenwirkungen, aber nun gibt es einen Wirkstoff, der den Betroffenen wieder Hoffnung macht.
Eigentlich wollte die Juristin ihre Doktorarbeit schreiben. Doch dann erleidet Nadine Schinnlauers einen doppelten Schicksalsschlag: Erst stirbt kurz vor dem Geburtstermin ihr Baby. Möglicherweise dadurch ausgelöst erkrankt Nadine dann an Morbus Crohn.
Nadine geht ins Krankenhaus. Doch ihre Situation bessert sich zunächst nicht. Die 30jährige ist ein typisches Opfer der Krankheit. Morbus Crohn betrifft vor allem Menschen zwischen 25 und 35 Jahren. Etwa 400.000 Menschen sind in Deutschland betroffen, Tendenz steigend. Prof. Dr. Andreas Raedler: "Der Rekord in dieser Klinik sind Menschen die 86 Stuhlgänge pro Tag gehabt haben. Da sitzen sie auf der Toilette und gucken schon nach der nächsten."
Morbus Crohn ist eine Fehlreaktion des Immunsystems. Dabei wehrt sich der Körper gegen Krankheiten, die nicht wirklich da sind. Die genauen Ursachen oder ein umfassendes Heilmittel kennen die Ärzte nicht. Aber ein neuer Wirkstoff macht Hoffnung: Adalimumab. Der Wirkstoff wird über eine solche Spritze eingenommen und greift gezielt den für die Krankheit verantwortlichen Entzündungsstoff an. Bei Nadine schlägt Adalimumab positiv an.
Nadine traut sich jetzt wieder zu, ihren Traum von einer Familie mit Kindern zu verwirklichen. Ob Adalimumab bei allen Morbus Crohn-Erkrankten so gut wirkt, muss noch getestet werden. Aber es gibt Hoffnung.
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